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Erfahrungsbericht zum Einbau von Fensterbänken

Meine Erfahrungen mit dem Einbau.

 

Ich hatte insgesamt vier alte Fensterbänke (22 mm Spanplatte mit weißer Resopal-Beschichtung) zu ersetzen.

Grund: (a) passten sie nicht zu den Naturholz-Fenstern aus Kiefer, (b) waren sie für unseren Bedarf zu tief (standen 10 cm weit über die Wand hinaus in den Innenraum). Die Idee war, neue, mit dem Farbton meiner Fenster gebeizte und lackierte, Fensterbänke aus Kiefer auf die vorhandenen Resopal-Bänke aufzukleben.

 

Schritt 1: Messen.

(a) Habe die Stärke der neuen Bänke mit 1 cm gewählt. Das garantierte (gemäß Lieferant) genug Formstabilität (uns letztlich nicht so wichtig; “Holz lebt”) und erlaubte ein Aufkleben auf die alten Bänke, ohne die Fenster-Scharniere zu beeinträchtigen.

(b) Habe die Breite rechts und links ca. 1,5 cm tief in den bestehenden Putz hinein gewählt. D.h. mein Bestellmaß war ca. 3 cm breiter als die sichtbare Breite der vorhandenen Fensterbänke, somit also 3 cm breiter als das lichte Maß der Fensterlaibung.

(c) Tiefe: Hier muss man zwischen Obermaß und Untermaß unterscheiden. Da ich die Resopal-Bank komplett zum Verschwinden bringen wollte, brauchte ich über die gesamte Breite der neuen Bänke eine stirnseitig verleimte Abdeckleiste ("Nase"). Das Untermaß habe ich ca. 1 cm größer als die sichtbare Wandstärke (Innenwand bis Fensterrahmen) gewählt.

(d) Vorderkante: 3,5 cm starke Frontleiste (1 cm Stärke neue Bank + 2,2 cm Stärke alte Bank + 0,3 cm Überstand)

 

Schritt 2: Abschneiden (Tiefe reduzieren) der alten Bänke (leider keine Photos)

(a) Ein 1 m-Lineal bündig an die Innenwand angelegt und auf der Resopalbank einen Strich gezogen.

(b) Etwa in der Mitte ein 10 mm Loch auf dem Strich gebohrt. Dann mit der Pendelhubsäge soweit wie möglich nach rechts und links Richtung Laibung auf dem Strich gesägt. Mittels Hilfsschnitt die angesägten Teile abgebrochen. Die stehengebliebenen Stummel mit Fuchsschwanz bzw. handgehaltenem Sägeblatt und Feile entfernt. (Kommt nicht so darauf an, sieht man nachher nicht mehr.)

 

(c) Mit dem Schleifgerät den Schnitt begradigt, soweit notwendig:

Schritt 3: Ausstemmen des Putzes / Mauerwerks rechts und links.

(a) Putz entfernen.

 

Hatte zufällig einen gewinkelten Meissel zur Hand, der sich hier gut bewährte:

(b) Das Putzwinkelprofil machte mir anfangs zu schaffen. Mit der Handsäge ging es schließlich am besten:

(c) Saubermachen tat ich mit einer Feile (bin schließlich keiner Berufsethik unterworfen):

Schritt 4: Aufkleben

(a) Probieren....

 

Musste nach dem ersten Auflegen (natürlich ohne Leim) noch einmal die Aussparungen rechts und links nacharbeiten. Dann passte alles:

(b) Als Kleber habe ich Dichtungs-Silikon genommen. (Leider kein Photo). Eine gut bemessene Schlangenlinie Silikon auf die Resopalplatte aufgebracht und die neue Kieferbank darübergeschoben. Gut angedrückt fertig! Links passt:

Rechts passt; Fensterscharnier ist frei. Neue Bank liegt überall am Fensterrahmen an:

 Beim Reinschieben übertretendes Silikon am Fensterrahmen habe ich gleich mit einem trockenen Lappen erfernt:

Schritt 5: Verputzen: Noch nicht gemacht. Demnächst...

 

 

Also voller Erfolg? Nicht ganz. Denn bei der letzten Bank ist mir ein Fehler unterlaufen. Als ich den überstehenden Teil der vierten Fensterbank (an einem Lichtschacht) absägen wollte, kam mir die ganze alte Fensterbank entgegen. Die Spanplatte war durch Eindringen von Regenwasser gequollen und hatte sich aus dem Putz gelöst. Ich musste sie komplett entfernen und durch eine neue Unterlage ersetzten, da die neue Fensterbank ja wie die anderen auch nur 1 cm Stärke aufwies. Den Hohlraum unter der alten Fensterbank habe ich gereinigt  und eine 22 mm Mehrschichtplatte eingesetzt (siehe weiter unten):

Diese habe ich mit nicht-expandierendem Montageschaum fixiert (2-K-Schaum). Dummerweise habe ich das “nicht-expandierend” etwas zu wörtlich genommen und die Mehrschichtplatte nicht vertikal verkeilt (was ein Leichtes gewesen wäre). Daraufhin hatte sie sich bis zum Aushärten des Schaumes an der Vorderkante – von mir nicht bemerkt - um ca. 0,5 cm gehoben:

Zum Glück hatte ich die Mehrschichtplatte an der Seite zum Fensterrahmen ausgeklinkt (oder wie das heisst) und in die im Fensterrahmen vorhandene horizontale Nut eingeführt. Auf dieser Seite war die Platte also fixiert und konnte nur auf der Rauminnenseite nach oben wandern. Es blieb mir nichts anderes übrig, als die schmalen seitlichen Aussparungen (im Putz) so zu erweitern, dass ich mit der Schleifmaschine überall an das Holz herankam. Ca. drei Lagen Schichtholz musste ich herunterschleifen, um wieder einigermaßen lotrechte Verhältnisse herzustellen. (Das Silikon hat dann verbliebene Rundungen ausgeglichen):

Ende gut, alles gut. 

 

Gruß aus dem Schwarzwald – Hinter(fenster)bänkler Markus

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Christof (Freitag, 09 November 2018 09:46)

    War das 2k-Schaum?

  • #2

    Markus (Freitag, 09 November 2018 13:49)

    Ja, "Zargeneinbau"-Schaum. Scheint aber so zu sein, dass auch bei diesen Schäumen eine gewisse Kraft entsteht, die auf die Expansionsflächen drückt. (Im Nachhinein auch irgendwie logisch. Sonst entstünde wohl überhaupt kein Schaum, sondern es blieb bei Suppe...)

  • #3

    Carolina B., Bad Staffelstein (Sonntag, 11 November 2018 15:46)

    Warum überhaupt in den Putz einsetzen? Warum nicht auf die bestehenden alten Bänke auflegen? Wäre das nicht viel einfacher gewesen? Danke für Antwort. Gruß

  • #4

    Markus (Montag, 12 November 2018 08:12)

    Die Entscheidung habe ich erst nach sorgfältiger Abwägung getroffen. (Von zwei anderen Fensterbänken – vor 20 Jahren noch in Eigenarbeit gefertigt – habe ich etwas Erfahrung mit dem Verputzen. Damals hatte es ganz gut geklappt). Gegen das Verputzen sprach die Tatsache, dass wir 3mm Rauputz an den Laibungen haben. An Rauputz ein Stück neuen Putz sauber anzusetzten ist nicht trivial. Gegen das Einpassen (d.h., rechts and links bis an die bestehende Laibung herangehen) sprach (a) der leicht schiefwinklige Verlauf der Laibungen (jede anders) und (b) die Tatsache, dass ich die im Text erwähnte „Nase“ brauchte. Zu (a): Ich hätte die Anpassungen an die Laibungsschräge von Hand zuschneiden müssen. (Die AusHolz Leute können ja keine schiefwinkligen Teile liefern). Zu (b): Die Nase wäre nur dann wandschlüssig geworden, wenn ich sie an den Enden tiefer bestellt hätte. Also keine einfache, durchgehende Leiste mehr. (Oder ich hätte den 1 cm Überstand - neue Bank 1 cm tiefer als alte (abgesägte) Bank - opfern müssen.) Alles in Allem schien mir das Einputzen die einfachere Variante. Wenn es so weit ist, stelle ich noch ein Foto ein…